hej,

ihr erinnert euch bestimmt daran, dass ich das Austauschjahr mit dem Kinderkriegen verglichen hab. Nun ja die Geburt ist geschafft und ich bin jetzt seit einer Woche hier. Mein Deutsch leidet deutlich, aber mein Englisch wird besser. Allerdings ist mein schwedisch wirklich auf dem Level Kleinkind. Nur, dass ein Kleinkind vermutlich mehr versteht als ich. Zu Hause in Köln hatte ich an vielen Stellen kleine Zettel mit den Bezeichnungen in der neuen Sprache aufgehängt. Genau das selbe Bild findet ich jetzt hier vor. Nur hat es diesmal meine Gastmama gemacht. Wobei die Wörter nicht das Problem sind. Vielmehr ist es mein Hirn. Es ist nicht in der Lage die auf mich herein prasselnden Informationen in der richtigen Geschwindigkeit zu verarbeiten. In der Schule bemängeln die Lehrer, dass mein Englisch zu gut ist. Das ist mir auch noch nicht passiert, dass ich irgendwo zu gut bin. Ich verfalle wenn ich nichts verstehe in die englische Sprache und alle verstehen mich und antworten auf Englisch. Das soll eigentlich nicht so sein. Wenn man langsam mit mir sprechen würde, hätte ich ja eine Chance, macht aber keiner. Es wird also noch etwas dauern bis die Laute die ich hier höre nicht mehr in meinem Hirn verarbeitet werden müssen und dann in einer nutzbaren Geschwindigkeit wahrgenommen werden können. Zur Zeit komme ich mir sprachlich echt wie ein Kleinkind vor.

Ich hatte die Chance am Mittwoch und Donnerstag Ausflüge mitzumachen. Diese wurden für eine Italienische Klasse organisiert, aber wir hatten die Ehre mitzukommen. Am Mittwoch ging es nach Järvzoo, einen Tierpark mit Tieren aus Schweden. Warum ich meine Organisation um Erlaubnis fragen sollte habe ich zwar nicht verstanden, habe ich dann aber mal gemacht und auch gleich eine Antwort bekommen „mach mal“.

Nina macht fleißig Fotos mit Luises Kamera, weil ihre leer war

Im Anschluss sind wir für mich überraschend an einen Fluss/See gefahren und haben in „alten“ schwedischen Churchbooten gerudert. Die wurden zu Zeiten der Kirchgehpficht benutzt um die Menschen des Dorfes zur Kirche und zurück zu befördern. Nach einer Runde rudern ging es dann auch zurück und wir haben in einem Supermarkt ein ganzes Regal voller Stinkefisch entdeckt. Das ist echt komisch. Es wird sicher noch eine ganze Weile dauern bis ich mich traue so etwas mal zu essen. Aber ich habe ja auch noch etwas Zeit.

Donnerstag ging es dann in ein Wikingerdorf wo wir rumgeführt wurden, doch seht selbst:

herzliche Begrüßung durch einheimische

leckeres Lunch

eines der Häuser von innen

 

Es waren zwei Tage voll mit tollen Erlebnissen. Heute (eigentlich ist schon Montag, ich hab aber am Wochenende geschrieben) macht meine sonst so aktive Familie einen Couchtag mit ganz viel Netflix, Youtube und AppleTV.

 


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